Mein Auslandsjahr in Neuseeland

Mein Auslandsjahr in Neuseeland

Einleitung

Im Jahr 2010 begann mein Auslandssemester in Neuseeland. Schon seit vielen Jahren war ich davon begeistert, mal ein Auslandsjahr in einem fernen Land zu absolvieren. Vor allem die Sprache und die Kultur interessierten mich. Jedoch hatte ich zu Beginn ganz schön bedenken, fernab meiner Familie für einige Zeit zu leben. Schließlich liegt Neuseeland auch auf einem anderen Kontinent. Ich Nachhinein wurde mir bewusst, dass es genau die richtige Entscheidung war, denn es handelte sich ja auch nur um ein paar Monate.Vorbereitungen

Ende des Jahres 2009 fing an, alles zu vorzubereiten. Natürlich war auch die Aufregung sehr groß, denn es ist ja das Ungewisse was die Aufregung so hoch steigen lässt. Am Anfang wusste ich noch nicht genau, ob es tatsächlich Neuseeland werden wird, doch schnell kam der erlösende Brief, dass ich mein Auslandssemester in Neuseeland verbringen darf. Die Vorbereitungen waren vor allem von Papieren zusammensammeln und Koffer packen geprägt. Natürlich benötigt man einen Reisepass und ein Visum für die Einreise in das ferne Land. Dies sollte möglichst weit vor der Reise geschehen, damit im Falle einer Neubeantragung noch genug Zeit ist. Dann muss die Entscheidung getroffen werden, wo man dort leben möchte. Es gibt ein Wohnheim zur Auswahl, eine eigene Wohnung, welche recht teuer für einen alleine werden kann, oder eine Gastfamilie. Diese Entscheidung sollte möglichst weit vor dem Termin zur Abreise stattfinden. Denn die Plätze sind rar.

Ankunft in Neuseeland

Der Abschied aus Deutschland fiel mit logischerweise sehr schwer. Ruck zuck saß ich im Flieger nach Singapur und von da aus ging es dann weiter nach Auckland. Ab diesem Moment war ich gezwungen Englisch zu sprechen. Ich entschied mich übrigens bei einer Gastfamilie zu leben, wo mich unter anderem drei Gastschwestern erwarteten, alle waren jünger als ich. Jedoch waren meine Sorgen total unbegründet, denn die Gastfamilie war sehr nett und holte mich direkt am Flughafen ab. Nach dem langen Flug war ich natürlich todmüde und wollte einfach nur schlafen. Jedoch ging es einen Tag später schon früh raus, da wir zum Ski fahren wollten. Die ersten Tage waren vor allem davon geprägt, so viele Eindrücke wie möglich wahrzunehmen, da alles total unbekannt und neu war.

Die High School

Nachdem ich das Wochenende in Ruhe meine Gastfamilie kennen lernen durfte, fing die High School an. Ich ging in die 12. Klasse der Shirley Boy High School. Es handelte sich um eine reine Jungenschule. Wir mussten alle eine Schuluniform tragen, was in der ersten Zeit erst einmal komisch war. Die Schule hatte rund 1400 Schüler und das Schulsystem war auch etwas seltsam. Die Schule war aufgeteilt in fünf Häuser, jeder Schüler gehörte zu einem speziellen Haus. Ich wohnte in dem Aoraki Haus, die anderen Häuser waren Ruhterford, Blake, Snell und Mullens. An der High School gab es die unterschiedlichsten Fächer, angefangen von dem Outdoor- Education, Kochtraining, bis hin zu einem Motor- Unterricht. Wählen konnte man dann zwischen diesen Fächern. Hinzukamen Fächer wie Sport, Sportwissenschaft, Mathe, Englisch und Photographie. Mit einem deutschen Gymnasium kann die Schule in Neuseeland gar nicht verglichen werden, denn der Unterricht dort ist wesentlich entspannter. Zu aller erst hat es mir gefallen, dass man sich um solche Sachen wie Hausaufgaben keinen Kopf zerbrechen musste. Allerdings stellt man dann schnell fest, dass man sich an dieses Nichtstun sehr schnell gewöhnt. Das ist hingegen auch nicht gut. Für die Rückkehr in die 11. Klasse des deutschen Gymnasiums war es jedenfalls nicht gerade förderlich.

In Neuseeland herrschen strenge Regeln

Insgesamt muss man jedoch sagen, dass die High Schools in Neuseeland strenger sind, als die Schulen in Deutschland. Der Schüler hat gewisse Regeln zu befolgen, sonst fängt er sich schnell Strafen ein. Dies fängt an von vielen Zahlen als ein Blatt Papier schreiben bis hin zu Stunden lang nachsitzen. Ausgelöst werden diese Strafen wenn man frech ist, oder bei einer Schulversammlung auffällt. Aber auch das Tragen einer unordentlichen Schuluniform gehört sich nicht, oder eine fehlende Rasur bspw. Bei dem Tragen von Ohrringen oder Ketten wird man mit zahlreichen Liegestützen bestraft. Einige Male hatte ich leider etwas damit zu tun. Durch die zahlreichen Strafen lernt man jedoch daraus. Durch meine Gastschwestern konnte ich viele Kontakte knüpfen. Auch die Lehrer werden sehr nett und noch relativ jung. Man konnte viele schöne Gespräche mit ihnen führen, dies ist in Deutschland leider nicht immer ganz so der Fall. In einem Surfshop ganz in der Nähe konnte ich mir innerhalb von wenigen Monaten das gesamte Material besorgen, denn der Ladenbesitzer war ein Freund von meinen Gasteltern. So hatte ich das Glück, faire Preise zu erhalten. Dieser gab mir auch zahlreiche Tipps, wie das Material besser gepflegt und selber repariert werden kann.

Esskultur in Neuseeland

Seit der Ankunft in Neuseeland muss ich gestehen, hatte ich einige Kilo zugelegt. Denn in den ersten Monaten gab es hauptsächlich Fast Food. Dies hatte sich dann wieder relativiert, nachdem ich nach Deutschland zurückgekehrt war. Trotzdem muss man sagen, ist die Esskultur in Neuseeland ganz anders als in Deutschland. Abends wird eine warme Mahlzeit gegessen und nicht zum Mittag. Es wird dort nur Wasser aus der Leitung getrunken. Dies schmeckte leider nicht immer so gut. Allerdings hat die Stadt Christchurch das beste Trinkwasser auf der Welt und ist deshalb sehr beliebt. Ich hatte auch nie Probleme durch das Leitungswasser. Ansonsten gibt es in Neuseeland sehr viel Barbecue, wobei viele Würste und Steaks gegrillt werden. Allerdings schmeckt bei uns in Deutschland ein Barbecue um einiges besser.

Die faszinierende Natur

Das Land hat wie andere Länder seine Tücken und Macken. Jedoch gefällt mir das Land sehr gut, es gibt immer wieder neue Sachen zu erleben. Auch die Natur ist sehr faszinierend. Ich habe mich dort sofort wohlgefühlt. Überall Fauna und tolle Kreaturen, von denen wir in Deutschland nur träumen können. Man fühlt sich dort wie im Paradies. Um all diese Eindrücke zu verarbeiten, sollte man etwas länger als ein halbes Jahr dort bleiben. Als Freizeitausflug empfehle ich einen Trip nach Queenstwon sehr. Dort man z. B. den höchsten Bungy Jump der Welt machen. Die Höhe beträgt 134 Meter und die Flugzeit sagenhafte 6,5 Sekunden.