Mein Auslandssemester in Bologna

Mein Auslandssemester in Bologna

Das Wintersemester 2012 und 2013 habe ich an der Universität in Bologna, Italien verbracht. Dabei gehört die Universität in Bologna zu einer der ältesten in Europa. Aufmerksam bin ich auf die Universität durch ein paar Kommilitonen bei mir im Studiengang geworden. Mit knapp 380.000 Einwohnern ist Bologna eine reine Studentenstadt, mit viel mittelalterlichen Charme. Ich habe die Stadt deshalb ausgewählt, weil ich den normalen italienischen Alltag kennen lernen wollte. Das Schöne an der Stadt ist, dass es sich nicht um eine Touristenhochburg handelt, man lernt als Student den normalen Alltag kennen.

Studienangebote

Bevor man sich für ein Auslandssemester entscheidet, sollte man sich die Internetangebote der Universität genau anschauen. Bereits hier sind erste italienische Kenntnisse gefragt, da diese Seite ausführlicher beschrieben ist, als die englische Seite. Bei allgemeinen Fragen hilft auch die Segreteria an der Fakultät. Handelt es sich um speziellere Fragen, dann sollte man am besten persönlich in eine Koordinationsstelle gehen. Bei E-Mails erhält man als Student meist nur sehr spät eine passende Antwort. Dies ist vor allem in der Zeit zwischen Juli und September der Fall, da die Beratungsstellen an den Universitäten nicht ausreichend besetzt sind. Bei dem Beginn zum Wintersemester sollte man darauf gefasst sein, dass man auf der Ferne nur eingeschränkt Sachen regeln kann. Die Anreise zwei Wochen vor den Vorlesungen ist ideal. Bei einem Erasmussemester lässt man das sogenannte Learning-Agreement einfach von dem zuständigen Koordinator unterschreiben. Eine endgültige Kursauswahl lässt sich oft erst vor Ort abschließen, da sich diese oft noch einmal ändern. Um Italienisch besser sprechen zu lernen, gibt es die EILC Sprachkurse in den Monaten Juli und August, oder auch im Januar und Februar. Den Kurs kann man in Siena, Venedig oder in Perguai absolvieren. Ich habe den Kurs z. B. vier Wochen in Venedig gemacht. Dabei stimmten auch das Rahmenprogramm und der Unterricht. Wer plant ein Auslandssemester in Italien zu absolvieren, sollte wenigstens über die Sprachkenntnisse des BI verfügen. Dies macht vieles bei der Kommunikation hinsichtlich Planung und Wohnungssuche einfacher.

Ein Sprachkurs bietet sich an

Um eine gewisse Sprachkompetenz kommt man nicht umhin, denn es werden nicht sehr viele Vorlesungen auf Englisch gehalten, sondern eher auf Italienisch. Ich habe vorab einen semesterbegleitenden Kurs belegt, dieser bestand aus Onlinemodulen und war gut dafür geeignet, die italienische Grammatik zu wiederholen und italienische Texte zu üben. Die Sprachstunden zogen sich dabei noch ein paar Wochen in das neue Semester. Jedoch sind die Plätze für den Kurs begrenzt, es sollte daher frühzeitig gebucht werden. Auf der Homepage von der Universität werden die Einschreibungslisten und die Fristen dafür bekannt gegeben. Der Einstufungstest kann auch online oder mündlich erfolgen. Mitte September kann man sich für diesen ungefähr anmelden.

Die Wohnungssuche

Um die Wohnungssuche zu erfolgreich abzuschließen, wurde mir eine bekannte Agentur in Bologna empfohlen. Es gibt auch andere Organisationen, die über Ressourcen verfügen und ähnliche Zimmer in dem gewünschten Zeitraum zur Verfügung haben. Die Zimmer können schon vorab online eingesehen werden und eine Vorreservierung ist ebenso möglich. Dafür sollte man allerdings jeden Tag auf die Internetseite schauen, da die freien Plätze sehr begrenzt sind. Viele Studenten befinden sich bereits auf den Wartelisten. Es gibt auch ein Wohnheim im Univiertel der Stadt, dieses befindet sich unweit der Mensa. In diesem habe ich ein Semester lang gelebt. Gebucht habe ich das Zimmer im Internet. Es war zwar recht klein, aber dafür komplett renoviert und mit Möbeln ausgestattet. Auch das Bad war völlig in Ordnung. Hauptsächlich italienische Studenten leben in diesem Wohnheim. So hat man gute Möglichkeiten, die italienische Sprache zu verbessern. Auf der Internetseite gibt es weitere Informationen zu diesem Thema.

Organisatorische Informationen

In Deutschland gibt es oft Orientierungswochen, jedoch gibt es so etwa in Bologna nicht. Kommt man in Bologna an, sollte man sich ganz schnell im Internationalen Büro zu den Öffnungszeiten registrieren lassen. Dabei sind am besten mehrere Passbilder mitzubringen, dann kann der Studentenausweis ausgestellt werden. In dem Büro erhält der Student dann einen Termin für die Informationsveranstaltung und den Beginn des Semesters. Der Studentenausweis wird innerhalb kürzester Zeit fertig gestellt. Außerdem erhält man An- und Abmeldungen für die Prüfungen und die zu belegenden Kurse. Um das Learning Agreement zu unterschreiben, ist der Erasmuskoordinator aufzusuchen, dieser regelt alle Einzelheiten und lässt den Studenten bei der Auswahl der Kurse viele Möglichkeiten. Grundsätzlich können alle Kurse an der Fakultät belegt werden. Ist sich der Student nicht sicher, ob ihm der Kurs etwas bringt, kann man mit dem Dozenten sprechen. Dies treten in der Regel freundlich und zuvorkommend auf. Ich selber habe immer gute Erfahrungen machen können. Die Uni in Italien hat wesentliche Unterscheide zu einer deutschen Universität. Oft werden Präsentationen ohne sämtliche Hilfsmittel abgehalten. Oft bieten sich auch kleinere Präsentationen an, da die Gruppen nicht zu groß sind und der Student mehr Möglichkeiten hat, Fragen zu stellen. In den ersten beiden Wochen hat der Student die Möglichkeit, sich die Kurse besser anzusehen, bevor er sich genau entscheidet. Die Prüfungen werden dann in dem Programm Almaesami im Internet angemeldet.

Kultur und Leben in Bologna

Damit man als Student auch mit anderen Studenten in Kontakt tritt, empfiehlt sich eine Anmeldung in dem Programm ESN und ESEG. Dort kann man auch den Mitgliedsausweis beantragen, auch wieder mit Passbildern und man erhält durch eine Mail sämtliche Informationen zu Veranstaltungen oder Ausflugszielen. Ich kann aus eigener Erfahrung diese Programme sehr empfehlen, denn man ist in Gesellschaft und fühlt sich in einem fremden Land nicht so alleine. Die Gruppen in Bologna sind sehr groß, dass es dort viele internationale Studenten gibt. Ein weiteres gutes Programm ist er Tortellinikurs oder ein Skiausflug in den Alpen. Zudem gibt es einen Sprachkurs an CILTA, der mit einem Abendkurs verbunden ist. Dort lernt man sehr intensiv italienisch, der Kurs findet sechsstündig statt und die Gruppenanzahl ist für acht Leute ausgelegt. Dort wirken die Lehrkräfte sehr motiviert und man erhält einen Rabatt auf den gesamten Kurspreis. Auch ich konnte man Sprachkenntnisse so wesentlich verbessern, bevor das Semester anfing. Bologna ist auch ein guter Ausgangspunkt für weitere Ausflüge in andere italienische Städte. Ein Auslandssemester in Bologna ist auf jeden Fall gewinnbringend, für die berufliche als auch persönliche Karriere.